Fachkräftemangel in Deutschland

Deutschland sucht ausländische Arbeitnehmer um offene Stellen zu besetzen

Die Regierung fördert ein Gesetz, um den dringenden Fachkräftemangel in einigen Branchen und Regionen des Landes zu bekämpfen.

Die Gewinnung von Fachkräften aus anderen Ländern außerhalb der EU, um den akuten Arbeitskräftemangel in einigen Branchen und Regionen Deutschlands zu lindern. Dies ist das Ziel der von der Koalition in Berlin verabschiedeten Gesetzentwürfe, zu einer Zeit, in der die extreme Rechte die Migration zu einem politisch hochsensiblen Thema gemacht hat.

Das in Deutschland beispiellose Gesetzespaket, das noch nicht im Parlament verabschiedet wurde, erleichtert es Arbeitnehmern aus Drittländern mit mittlerem und hohem Bildungsniveau, unter bestimmten Bedingungen nach Deutschland zu kommen, um dort Arbeit zu suchen. Diese Initiative öffnet die Türen für Migranten. “Wir brauchen Arbeitskräfte aus Drittländern, um unseren Wohlstand zu sichern und freie Stellen zu besetzen”, sagte Innenminister Horst Seehofer, bekannt für seine harte Einwanderungspolitik.

Fachkräftemangel in vielen Branchen und Regionen

Der Mangel an Arbeitskräften ist laut Umfragen eines der Hauptanliegen der deutschen Unternehmer, vor allem in einigen Regionen im Süden des Landes und in den Industriepolen im Norden. Deutschland weist mit 4,8% die niedrigste Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung auf. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Auftrag des Arbeitsministeriums sind im Land 1,2 Millionen Arbeitsplätze frei. Die Zahl der tatsächlich bei den Arbeitsagenturen registrierten Arbeitsplätze steigt stetig an, zu einer Zeit, in der die Wirtschaft der führenden Macht der Union über eine beneidenswerte Gesundheit verfügt. Vor allem fehlt es an Arbeitskräften mit einem Ausbildungsniveau wie Klempner und Maler, sowie mit Abschlüssen wie Kindergartenpädagogen.

Unternehmer suchen auf lokalen Jobbörsen im Ausland nach qualifizierten Arbeitskräften, um die Lücken im Personal zu schließen. Doch es ist eine große Herausforderung, den Fachkräftemangel durch die Einstellung ausländischer Arbeitskräfte zu bekämpfen.

Neben dem Arbeitskräftemangel warnen demographische Prognosen vor einer deutlichen Alterung der Bevölkerung in Deutschland. Diese Prognosen werden auch Osteuropa betreffen, woher ein großer Teil der ausländischen Arbeitskräfte in Deutschland stammt und deren Verfügbarkeit in den kommenden Jahren voraussichtlich abnehmen wird. “Diese Länder werden zu Einwanderungsländern. Wir müssen nach Arbeitskräften außerhalb der EU suchen”, erklärt Thomas Liebig, ein OECD-Migrationsexperte.

Das Gesetz erlaubt es Nicht-EU-Bürgern, für sechs Monate nach Deutschland zu kommen, um dort Arbeit zu suchen, wenn sie über die notwendige Ausbildung verfügen, die Sprache beherrschen und die Mittel haben, während dieser Zeit zu überleben. Bei Personen mit befristeter Genehmigung, wie z.B. abgelehnten Asylbewerbern, muss nachgewiesen werden, dass sie seit mindestens 18 Monaten in Deutschland arbeiten und kein Strafregister führen.

Das Gesetz kommt zu einem politisch sehr heiklen Zeitpunkt, in dem jede Entscheidung im Zusammenhang mit der Einwanderung anfällig dafür ist, von der extremen Rechten politisch profitabel gemacht zu werden. Die Ankunft von fast anderthalb Millionen Asylbewerbern seit 2015 hat ein Klima der politischen Besorgnis hervorgerufen, das von der extremen Rechten angeregt und instrumentalisiert wurde. Der Gesetzesentwurf muss noch dem Parlament zur Genehmigung vorgelegt werden, wo er noch geändert werden kann.

Voraussetzungen für die Zulassung von Arbeitnehmern lockern

Die Sozialdemokratie hatte auf der Notwendigkeit bestanden, die Anforderungen an die Zulassung von Arbeitnehmern zu lockern und vor allem, damit abgelehnte Flüchtlinge bleiben, aber in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten. Für die beiden Mitglieder der Koalitionsregierung, Konservative und Sozialdemokraten, ist dies auch eine greifbare Leistung für Wähler, die sich von einer Exekutive distanzieren, die seit Monaten in interne Krisen getaucht ist.

“Für die Bundesregierung ist es ein schwieriges Gleichgewicht: Einerseits muss es ein starkes Signal setzen, um den Eindruck zu vermeiden, dass jeder, dem kein Asyl gewährt wird, bleiben kann. Andererseits ist es aber notwendig, eine praktische Lösung für Menschen zu finden, die bereits im Land sind und gut in den Arbeitsmarkt integriert sind”, erklärt Liebig. Nach offiziellen Schätzungen gibt es etwa 180.000 Menschen mit einem solchen Profil.

Der Mittelstand, der Motor der Exportkraft und das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, ist vom Fachkräftemangel besonders betroffen. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern sind die deutschen kleinen und mittleren Unternehmen über das ganze Land verteilt und nicht unbedingt in Industrieclustern konzentriert. Aufgrund ihrer geografischen Lage ist es oft schwierig, Arbeitskräfte zu rekrutieren, die lieber in städtischen Zentren leben.

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