Geldanlage

Geldanlage für Anfänger: Einstiegshilfe

Vor kurzem schrieb die FAZ einen Artikel mit dem Titel „Wie sich Milliardenverluste der deutschen Sparer vermeiden ließen“. Weiter im Artikel heißt es „Die anderen lassen ihr Geld für sich arbeiten, die Deutschen hingegen arbeiten für ihr Geld“. Ein Problem, welches die deutschen Sparer und Steuerzahlen täglich Milliarden Euro kostet. Dabei ist die Lösung mittlerweile so einfach, sie heißt private Geldanlage.

Geldanlage – für viele Menschen nach wie vor ein Fremdwort. Es gibt immer noch viele Menschen, die Geldanlage mit Spekulationen und Wetten gleichsetzen und einen großen Bogen um das Thema machen. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff, und warum gibt es in anderen Ländern deutlich mehr Investoren als in Deutschland? Warum ist es wichtig, langfristigen Vermögensaufbau von spekulativen Wetten zu unterscheiden? Warum ist Sparen gut, aber nicht gut genug?

Was ist Geldanlage?

Als Geldanlage oder Investitionen wird das Verleihen von Geld bezeichnet, mit der Absicht eine Rendite zu erzielen und sein Vermögen zu vermehren. Auf der einen Seite stehen in der Regel Kreditgeber, auf der anderen Seite stehen Kreditnehmer. Die einen haben Geld, die anderen wollen mit dem Geld etwas wertschöpfend unternehmen. Es gibt unterschiedliche Anlageklassen: Aktien, ETFs, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe, Kryptowährungen und Wertgegenstände. Entscheidend ist dabei das Ziel, mit der Investition einen Mehrwert zu schaffen und Renditen zu erwirtschaften.

Geldanlage vs. Sparen: Warum Geldanlage besser ist

Geldanlage wird oft mit dem einfachen Sparen eines Geldbetrages auf dem Konto verwechselt. Während Sparen wichtig ist, um finanzielle Sicherheit zu schaffen und einen Notgroschen aufzubauen, bietet die Geldanlage langfristig deutlich attraktivere Chancen und Renditen. Warum? Weil Sparen allein nicht ausreicht, um die Inflation auszugleichen. In der Regel liegen die Zinsen auf Tages- oder Festgeldkonten unter der aktuellen Inflationsrate. Zwar bieten die Tagesgeldkonten vergleichsweise hohe Zinsen von bis zu 4 Prozent, die Inflation der vergangenen zwei Jahre war aber deutlich höher im Bereich von 6 bis 8 Prozent.

Hohe Inflation und der Wertverlust von Geld

Inflation ist der Anstieg der allgemeinen Preisniveaus von Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft. Wenn die Inflation hoch ist, verliert das Geld im Laufe der Zeit an Kaufkraft, was bedeutet, dass man für dasselbe Geld weniger kaufen kann. Oder einfacher ausgedrückt, die Preise steigen, was wir besonders in den letzten 2 bis 3 Jahren erleben mussten.

Betrachten wir ein Beispiel: Angenommen, die Inflation beträgt durchschnittlich 2 % pro Jahr. Wenn dein Geld auf einem Tagesgeldkonto liegt und dort Zinsen von nur 1 % pro Jahr verdient, verliert es in Wahrheit an Wert, da die Inflation höher ist als die Zinsen, die du erhältst. Mit anderen Worten, dein Geld verliert langfristig an Kaufkraft.

Kaufkraftverlust des Euros seit der Einführung

Seit der Einführung des Euros hat die europäische Währung einen erheblichen Kaufkraftverlust erlitten. Historische Daten zeigen, dass der Wert des Euros im Laufe der Jahre aufgrund verschiedener Faktoren, einschließlich Inflation, gesunken ist.

Vergleicht man den Goldpreis in Euro seit der Einführung des Euros im Jahr 1999 bis heute, ergibt sich ein Kaufkraftverlust von fast 90 Prozent.

Historische Goldpreise:

  • Goldpreis in Euro 1999: 244,38 Euro
  • Goldpreis in Euro 2024: 151,62 Euro

Ähnlich sieht es auch mit dem Dollar aus, der Wertverlust durch die Inflation ist erheblich.

Dies unterstreicht die Bedeutung einer intelligenten Geldanlage, um den Wert des eigenen Vermögens langfristig zu erhalten und zu vermehren.

Ein Leitfaden für Anfänger

Wer sein Geld schützen und vermehren möchte, kommt an Investitionen nicht vorbei. Für viele ist die Einstiegshürde jedoch so hoch, dass sie sich gar nicht erst vorstellen können in die Geldanlage einzusteigen.

Doch diese Angst ist absolut unbegründet. Mit einer guten Anleitung zum Geld anlegen für Anfänger, finden sich alle Menschen schnell zurecht.

Es dauert keine 20 Minuten, um ein Depot zu eröffnen und nur wenige Minuten, um einen ETF-Sparplan einzurichten. Ist beides erledigt, zählt man zu den 15 Prozent Investoren in Deutschland und kann voll automatisch langfristig ein Vermögen aufbauen.

Mittlerweile gibt es selbst für Kinder spezielle Angebote, die mit automatisierten Sparplänen arbeiten. Der größte Aufwand dabei ist die Wahl eines geeigneten Wertpapierdepots mit guten Konditionen. Dabei sollte vor allem auf die kostenlose Depotführung und günstige Orderkosten geachtet werden.

Bei der Wahl des richtigen Depots helfen sogenannte Depot Vergleiche, die in einer übersichtlichen Art und Weise die wichtigsten Konditionen der Banken gegenüberstellen und somit das aufwändige Durchforsten der Preisblätter ersparen. Besonders wichtig ist das bei der Wahl eines Kinderdepots für ein Kind, denn das bieten nicht alle Banken an und es gibt einige Unterschiede in der Kostenstruktur, hier hilft ein Junior Depot Vergleich.

Anlageklassen erkunden: Aktien und ETFs

Zu den beliebtesten Anlageklassen gehören Aktien und Exchange Traded Funds (ETFs). Aktien repräsentieren Anteile an einem Unternehmen und bieten eine Möglichkeit, am langfristigen Wachstum und Erfolg des Unternehmens teilzuhaben. ETFs sind Investmentfonds, die an einer Börse gehandelt werden und einen Korb von verschiedenen Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen abbilden. Sie bieten eine breite Diversifikation und sind daher für Anfänger oft eine attraktive Option.

Der berühmteste ETF, der sich auch gleichzeitig zum Einstieg in die Geldanlage für Anfänger besonders gut eignet ist der MSCI World.

Der MSCI World ist ein bekannter Index, der die Performance von Aktien aus entwickelten Märkten weltweit abbildet. Er umfasst Unternehmen aus Ländern wie den USA, Kanada, Japan, Großbritannien und vielen anderen. Ein Grund, warum der MSCI World bei Anfängern und erfahrenen Anlegern gleichermaßen beliebt ist, liegt in seiner breiten Diversifikation. Durch die Aufnahme von Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen bietet der Index gute Risikostreuung und reduziert die Auswirkungen von Einzelrisiken.

Ein weiterer Grund für seine Beliebtheit ist die durchschnittliche Rendite, die der MSCI World historisch gesehen erzielt hat. Obwohl vergangene Renditen keine Garantie für zukünftige Renditen sind, hat der Index im Laufe der Jahre eine solide durchschnittliche Rendite von über 8 Prozent pro Jahr erzielt. Dies macht ihn zu einer attraktiven Option für langfristige Investoren, die von den langfristigen Wachstumstrends der globalen Wirtschaft profitieren möchten.

Zusätzlich bietet der MSCI World eine einfache Möglichkeit, in eine breite Palette von Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Sektoren zu investieren, ohne die Notwendigkeit, einzelne Aktien auszuwählen. Dies macht ihn besonders für Anfänger interessant, die möglicherweise noch nicht über das Fachwissen verfügen, um Einzelaktien zu analysieren und auszuwählen.

Finanzielle Bildung: Der Schlüssel zum Erfolg

Bücher über persönliche Finanzen und Investitionen können wertvolle Einblicke bieten und helfen, ein solides Verständnis für die verschiedenen Anlageklassen zu entwickeln. Einige empfehlenswerte Bücher für Anfänger sind “Der Finanzwesir” von Albert Warnecke und “Der Börse einen Schritt voraus” von Peter Lynch.

Insgesamt ist Geldanlage ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Finanzplanung, der langfristige finanzielle Sicherheit und Freiheit ermöglichen kann. Indem man sich über die Grundlagen informiert, verschiedene Anlageklassen vergleicht und eine kluge, langfristige Strategie verfolgt, können auch Anfänger erfolgreich ein Vermögen aufbauen.

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