Home Office für immer

Auf den Geschmack gekommen: Arbeitnehmer wünschen sich Home Office für immer

„Unmöglich“, „nicht umzusetzen“ oder „vielleicht einmal in ein paar Jahren“ – ein Großteil der Arbeitnehmer hat noch gegen Ende des letzten Jahres solche Antworten bekommen, als die Frage gestellt wurde, ob nicht auch einmal Home Office möglich wäre. Das Coronavirus hat dann für eine radikale Veränderung gesorgt. Denn auf einmal war es nicht mehr unmöglich, von daheim seiner Arbeit nachgehen zu können.

Die zwei Mailanbieter GMX und Web.de haben nun eine Umfrage veröffentlicht, die ganz klar zeigt, dass die Arbeitnehmer das Home Office schätzen. So wünschen sich 29 Prozent – das ist jeder dritte Arbeitnehmer, der an der Umfrage teilgenommen hat – auch nach der Coronakrise von Zuhause arbeiten zu können. Aber werden hier die Arbeitgeber mitspielen? Vor allem geht es auch um die Frage, ob demnächst von Seiten der Bundesregierung das „Recht auf Home Office“ beschlossen wird.

Noch gibt es keine offiziellen Zahlen

Was vor ein paar Monaten noch für den Großteil der Arbeitnehmer absolut undenkbar war, wurde dann innerhalb von ein paar wenigen Tagen zur Realität. Das Coronavirus hat dafür gesorgt, dass immer mehr Deutsche von Zuhause ihrer Arbeit nachgehen konnten bzw. sogar mussten. Noch gibt es keine offiziellen Zahlen darüber, wie viele Deutsche im Home Office sind. Folgt man etwa den Schätzungen des Digitalverbandes Bitkom, so sind es rund 50 Prozent der Beschäftigten. Laut Mannheimer Corona-Studie sind es hingegen nur 25 Prozent.

Wer schon vor der Coronakrise im Home Office war, wenn auch nur für ein bis zwei Tage in der Woche, weiß natürlich, welche Vorteile es gibt: So spart man sich die Fahrtzeit ins Büro, kann somit Geld sparen, da man weniger mit dem Auto unterwegs ist bzw. man kein Ticket für öffentliche Verkehrsmittel benötigt, und kann sich sehr wohl die Zeit freier bzw. besser einteilen.

Doch das Home Office mag nicht nur Vorteile mit sich bringen. Denn man benötigt nicht nur den entsprechenden Platz für seinen Computer, sondern muss mitunter auch erst im Vorfeld den im selben Haushalt lebenden Familienmitgliedern klar machen, dass man zwar daheim ist, aber trotzdem nicht zur Verfügung steht. Vor allem für Kinder mag das zu Beginn schwer zu verstehen sein.

Arbeitgeber haben oft Angst vor einem Kontrollverlust

Natürlich kann nicht jeder Beruf von daheim ausgeübt werden. Der klassische Bürojob mag in den eigenen vier Wänden erledigt werden können, doch dem Supermarktmitarbeiter ist es nicht möglich, im Home Office zu arbeiten. Aber in einigen Fällen geht es nicht um die Frage, ob man von daheim den Job erledigen kann, sondern auch um die Einstellung des Arbeitgebers. Wer etwa als selbständiger Trader sein Geld verdient, der kann natürlich von daheim über The News Spy spekulieren – besteht jedoch ein Angestelltenverhältnis, so entscheidet der Arbeitgeber, wo dem Job nachgegangen wird. Selbst dann, wenn dieser auch problemlos im Home Office durchführbar wäre.

Letztlich ist es das fehlende Vertrauen oder die Angst vor einem Kontrollverlust, warum sich Arbeitgeber gegen das Home Office entscheiden. So muss man auch davon ausgehen, dass ein Großteil der Berufstätigen, die nur aufgrund der Coronakrise in das Home Office geschickt wurden, nach der Krise wieder in das Büro fahren muss. Zwar wäre ein Umdenken wünschenswert, weil die aktuellen Zahlen zeigen, dass das Home Office durchaus beliebt ist, jedoch muss man davon ausgehen, dass hier Arbeitgeber, die schon vor Krise ablehnend auf das Home Office reagiert haben, nun ebenfalls dagegen sein werden.

Arbeiten von Zuhause

Vorteile sind auf keinen Fall zu unterschätzen

Am Ende wird es aber mit Sicherheit auch den einen oder anderen Arbeitgeber geben, der die Vorteile erkannt hat: Wenn die Mitarbeiter nämlich von daheim ihrer Arbeit nachgehen dürfen, dann sind sie oft nicht nur motivierter, sondern melden sich weniger krank, benötigen deutlich weniger Urlaubstage und der Unternehmer spart letztlich sogar Geld, da kein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden muss.

Bevor man also wieder den Alltag vor der Coronakrise herstellen will, sollte sich der Arbeitgeber durchaus selbst einmal die Frage stellen, ob nicht auch für ihn das Home Office ein paar Vorteile bringt.

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